> Hier finden Sie die Maßnahmen von fFORTE academic im Detail
Übersicht
- doc-fFORTE
- ditact
- fFORTE_Coaching
- excellentia
- fForte WIT-Women in Technologie
- fForte Wissenschafterinnenkolleg FreChe Materie
DOC-fFORTE: Mehr hochqualifizierte Forscherinnen
Ein innovatives Stipendienprogramm für Dissertantinnen
„DOC-fFORTE-Stipendien sind für Studentinnen ein besonderer Ansporn, sie können auf hohem Niveau unabhängig arbeiten", sagt Stipendiatinnen-Betreuerin Dr. Ruth Herbst von der Medizinischen Universität Wien. Zur Steigerung der Doktorandinnen-Anzahlt schreibt die Österreichische Akademie der Wissenschaften jedes Jahr DOC-fFORTE Stipendien für junge, hoch qualifizierte Wissenschaftlerinnen aus den Bereichen Technik , Naturwissenschaften und Medizin sowie Biowissenschaften und Mathematik nach Abschluss des Master- bzw. Diplom-Studiums (auch FH) aus. Die Antragstellerinnen durchlaufen einen strengen reviewing-Prozess, der hohe Anforderungen an die wissenschaftliche Qualität des eingereichten Projektes sowie an die Qualifikationen der Bewerberin stellt. „Die Studentinnen sehen es als Auszeichnung, ihre Dissertation im Rahmen von DOC-fFORTE abschließen zu können, auch die Universitätsinstitute heften es auf ihre Fahnen", so Ruth Herbst.
Weibliches High Potential
Das Stipendium stößt tatsächlich auf hohe Akzeptanz: 61 Prozent der DOC-fFORTE-Stipendiatinnen haben seit Einführung des Stipendiums im Jahr 2003 promoviert. Während für Männer der Zweitabschluss oft selbstverständlich ist, finden Frauen mitunter ein weniger motivierendes Umfeld vor: „Frauen fehlen weibliche Vorbilder in höheren Positionen, um Karrierechancen zu erkennen - DOC-fFORTE stellt hier einen wichtigen Anreiz dar ", sagt Barbara Haberl, Leiterin der Verwaltungsstelle für Stipendien an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. „Eine Dissertation braucht Selbstvertrauen, man muss über den nötigen Biss verfügen und davon überzeugt sein, dass man erfolgreich sein kann." DOC-fFORTE trägt dazu bei, dass sich die Präsenz von Frauen in leitenden verantwortlichen Positionen in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen, in der außeruniversitären Forschung und im Unternehmenssektor erhöht. Die Laufzeit des Stipendiums beträgt max. 36 Monate.
Zielgruppe: hoch qualifizierte Doktorandinnen aus den Bereichen Technik und Naturwissenschaften sowie Biowissenschaften, Mathematik und Medizin.
Voraussetzungen: Höchstalter 27 Jahre (Ausnahmeregelungen für Frauen mit Kinderbetreuungspflichten, siehe Statuten), Berechtigung für den Eintritt in ein Doktorats- oder PhD-Studium, max. 2 Jahre seit Abschluss des Diplom- oder Masterstudiums, Österreichische Staatsbürgerschaft oder Durchführung der Dissertation an einer österreichischen Institution .
http://stipendien.oeaw.ac.at/
Höhe des Stipendiums: 30.000,- Euro brutto jährlich
Dauer des Stipendiums: max. 36 Monate
Einreichtermin: 31.Mai
ditact – Women’s IT Summer Studies "Selbstbewusste IT-Studentinnen
IT-Unterricht von Frauen für Frauen
„Ich habe richtig Lust auf Statistik bekommen und eine gewisse Angst vor diesem Thema verloren", sagt eine Teilnehmerin an den ditact-women´s IT summer studies. Jeweils im September werden an der Universität und an der Fachhochschule Salzburg zwei Wochen lang Lehrveranstaltungen rund um die Informations-Technologie angeboten, für Schülerinnen, Studienanfängerinnen, Studentinnen und Wissenschafterinnen. Das Angebot umfasst Projektmanagement, Programmieren und Anwendungen ebenso wie Karriereplanung und Didaktik. Seit 2008 ist auch ein mit dem universitären Curriculum abgestimmtes Informatik-Vorstudium enthalten, sowie ein dreitägiges Praxismodul, das persönliche Kontakte mit IT-Unternehmen ermöglicht. Alle Workshops, Seminare und Übungen werden von Frauen geleitet. Dieses Konzept „Frauen unterrichten Frauen" hat sich in mehrfacher Hinsicht bewährt: Vor allem zu Studienbeginn sind Lern- und Lehrerfolge in monoedukativen Gruppen höher. Die Studentinnen beteiligen sich aktiver, wenn sie unter sich sind. Sie haben mehr Selbstvertrauen und wagen eher, Fragen zu stellen. Auch die Didaktik orientiert sich an den anwendungsorientierten Interessen von Frauen: Die Professorinnen kombinieren hard facts mit social skills -Java Programmierung wird beispielsweise gemeinsam mit Kreativitätstechniken unterrichtet.
Hemmschwellen überwinden
In vielen informations-technologischen Studienfächern stagniert der Frauenanteil bei unter 20%, noch geringer ist der Anteil weiblicher Lehrender - das ist kein Zufall: Von Kindheit an werden die Informatik-Interessen von Frauen wenig gefördert. Computerspiele orientieren sich an den Vorlieben der Buben. Untersuchungen zeigen, dass IT-Lehrende in Schulen von Mädchen weniger erwarten als von Burschen und letzteren entsprechend mehr Aufmerksamkeit widmen. Viele junge Frauen haben daher zu Studienbeginn ein Informationsdefizit. Ditact tilgt diese Wissenslücken in ungezwungener Atmosphäre, löst Denkblockaden und motiviert die Studentinnen gezielt. Die weiblichen Lehrkräfte fungieren auch als "Role-Models" indem sie zeigen, dass Frauen in der IT erfolgreich sein können: „Ich hab zum ersten Mal eine Ahnung davon bekommen, dass Wissenschaft und Forschung nicht auf männliche Führungskräfte beschränkt sind", bestätigt eine summer-studies Kursteilnehmerin. Ein weiter Effekt ist die Stärkung weiblicher Identität in einem männlich dominierten Berufsumfeld: „Auch Frauen können Seilschaften bilden - das ist ein sehr positives Erlebnis!" sagt eine weitere ditact-Absolventin.
fFORTE_Coaching
Frauen beteiligen sich an internationalen Forschungsprojekten.
Wie man sich erfolgreich für EU-Projekte bewirbt und sich vor der Jury am besten präsentiert, das erfahren Forscherinnen im Rahmen der fForte_Coachings. Die Maßnahme motiviert Forscherinnen aus den Bereichen Technik, Natur- und Sozialwissenschaften, sich vermehrt an nationalen und internationalen Forschungsprojekten zu beteiligen und das ist auch dringend notwendig: In ganz Europa liegt der Forscherinnen-Anteil bei kaum mehr als einem Drittel, der Prozentsatz österreichischer Professorinnen stagniert sogar bei bloßen 15%. Dieser Mangel an Diversität lähmt Österreichs Forschungsdynamik. Die fFORTE_Coachings laufen über zwei Semester. Sie gliedern sich in acht Module zu Themen wie Projektmanagement, Antragstellung und Verhandlung mit Fördereinrichtungen, interdisziplinäre Kommunikation und Gender-Sensibilisierung. Darüber hinaus werden Tools zur Selbstpräsentation, zur Stärkung des Selbstbewusstseins und zur wissenschaftlichen Karriereplanung von Frauen vermittelt - ein individuell maßgeschneidertes Programm, wie eine Teilnehmerin bestätigt: „Die intensive Unterstützung durch Information und Netzwerkkontakte könnten für meine wissenschaftliche Karriere essentiell sein", so die Ethnologin Franziska C. Schädelin. Die Coachings steigern nicht nur die Zahl der nationalen und internationalen Projekteinreichungen, sondern verankern auch die Genderforschung in der Wissenschaft.
Coachings führen zum Alumni-Netzwerk
Die Coachings 2006 und 2007 verliefen derart positiv, dass sich daraus ein weiterführendes Alumni-Netzwerk gebildet hat. Im Rahmen halbjährlicher Treffen reden Forscherinnen aus Technik, Naturwissenschaft und Sozialwissenschaften offen über ihre Ideen, Probleme und Karrierebarrieren, ohne einander als Konkurrentinnen wahrzunehmen. So wird nicht nur der Kontakt mit internationalen ExpertInnen und Institutionen gestärkt, sondern auch gegenseitiges Mentorship unter den Mitgliedern etabliert. Dieses Alumni-Netzwerk bestätigt die Nachhaltigkeit der fForte-Coachings: „Im Rahmen dieser Treffen ist es mir möglich, die Centers of Excellence besser kennen zu lernen", meint Netzwerk-Mitglied und Psychoanalytikerin Henriette Loeffler-Stastka. „Frauen verfügen über besondere Kompetenzen, sie verflechten verschiedene Denk- und Erfahrungsmodelle miteinander, sie synthetisieren Wissen und Erfahrung. Sie müssen gestärkt werden, um sich in einflussreichen Positionen wiederzufinden."
excellentia: "Ein High Potentials Programm für Österreichs Universitäten"
Zusätzliche Mittel für innovative Personalpolitik.
Excellentia bringt Akademikerinnen in Führung. Universitäten erhalten für jede Professur, die mit einer Frau besetzt wird und die den Frauenanteil erhöht, einen Betrag von € 33.880. Tatsächlich hat Österreich im Bereich akademischer Leitungsfunktionen für Frauen massiven Aufholbedarf: Der Professorinnenanteil liegt hierzulande bei 15%. Die Gründe sind in starren und zum Großteil männlich dominierten Strukturen zu suchen. Sie erschweren eine kontinuierliche wissenschaftliche Laufbahn für Frauen, wodurch Universitäten innovatives Know-how verloren geht. Der so genannten "leaky pipeline", dem Versickern hochqualifizierter Frauen im Karriereverlauf, kann jedoch mit gezielter Personalpolitik entgegengewirkt werden. Bis zum Jahr 2010 werden durch Pensionierungen ca. 40 % aller Professuren vakant. So entsteht die Chance, mehr hoch qualifiziertes weibliches Führungspersonal in den Lehr- und Forschungsbetrieb aufzunehmen. Das fFORTE Programm Excellentia kann hier entscheidende Impulse geben.
Mehr Professorinnen
In den Jahren 2005 und 2006 haben sich jeweils zwölf Universitäten beteiligt. 13 Universitäten bewarben sich bei der dritten Ausschreibung 07 um die Excellentia-Förderung. Innerhalb dieses Zeitraums konnten 20 Universitäten zusätzlich 62 Professorinnen berufen, Mittel in der Höhe von ca. € 2,1 Mio wurden vergeben. 10 Universitäten können nun ein Plus von 19 Professorinnen gegenüber dem Vorjahr vorweisen. Die Bewerbungsfrist für die vierte Ausschreibung ging am 31. Juli 2008 zu Ende. "excellentia. Ein High Potentials Programm für Österreichs Universitäten" wird während der gesamten Laufzeit (2005-2010) begleitend evaluiert. Ziel der Evaluierung ist die Überprüfung der Zielerreichung und der Wirksamkeit des Programms an den Universitäten.
Stärkere Zielorientierung
Excellentia wird ständig weiterentwickelt: Aktuell ist ein neues Prämien-Berechnungssystem in Planung. Dieses kommt ab der nächsten Ausschreibung für den Zeitraum 31.12.2007 bis 31.12.2009 zum Tragen. Neben dem bereits etablierten Bonussystem für die Anstellung von Professorinnen kann sich jede Universität zusätzlich individuelle Zielerreichungsprämien von bis zu € 70.000,-- pro Professur sichern. Insgesamt schüttet das BMWF für die Jahre 2008 und 2009 bis zu € 6,6 Mio. aus. Durch das neue Berechnungsmodell ist eine stärkere Zielorientierung in der Steigerung der Professorinnenanteile gegeben.
www.bmwf.gv.at/excellentia
WIT - Wissenschafterinnenkolleg - Women in Technology
Technikerinnen machen Karriere
Ein innovatives Dissertantinnenkolleg
Frauen repräsentieren an der Technischen Universität Wien eine Minderheit: Der Anteil der Studienanfängerinnen lag im Studienjahr 2007/2008 bei 27%, der Absolventinnen-Anteil lag im Vorjahr bei 20% und der Anteil weiblicher Lehrender lag bei bloßen 5%. Frauen müssen sich gegen männlich dominierte Fachkulturen durchsetzen und ihre Kompetenzen erst unter Beweis stellen, um ernst genommen zu werden. Sie bleiben häufig vom informellen Informationsfluss ausgeschlossen und somit von Karrieremöglichkeiten inner- und außerhalb der Universität. Das 2003 gegründete Doktorandinnenkolleg WIT macht diese Zugangsbarrieren durchlässiger. Kernstück ist ein innovatives Dissertantinnenprogramm. Mit 2008 wurde das vorerst als Pilotprojekt gestartete Kolleg von einer auf vier Fakultäten erweitert und in die TU-Strukturen implementiert. Acht Doktorandinnen werden angestellt und absolvieren ein anspruchsvolles Curriculum zur Förderung ihrer wissenschaftlichen Laufbahn. Neben der Erarbeitung einer Dissertation wird das aktive Engagement in der internationalen Scientific Community genauso forciert wie eigene Publikationstätigkeit. Auch die Lehre am Institut und der Erwerb sogenannter „Transferable Skills" wie Karriereplanung, Wissensmanagement und Kommunikation gehören zum Programm. Vorgesehen ist auch die Teilnahme am TU!mentoring, das Zugänge zu wissenschaftlichen Netzwerken eröffnet und fächerübergreifende Kooperationen fördert.
Studienanfängerinnen Mut machen
Die Drop out Rate ist gerade im ersten Studienabschnitt hoch, oft fehlt den Studentinnen der Praxisbezug zu den theoretischen Lehrinhalte. Aus diesem Grund organisiert WIT neben dem Dissertantinnenkolleg auch anwendungsorientierte Fachkurse und eröffnet Studentinnen die Möglichkeit, mit den konkreten Anwendungsmöglichkeiten dessen, was im Studium gelehrt wird, zu experimentieren und sich mit anderen zu vernetzen. Auch Schülerinnen und Maturantinnen bietet WIT spezielle Praxis-Workshops. So lernen sie zum Beispiel im Rahmen von Admina.at, wie ein Computer von innen aussieht: Sie bekommen einen Schraubenzieher in die Hand gedrückt und erforschen zwei Tage lang die Innenwelt des Rechners. Schließlich zählen auch public-awareness Maßnahmen zu WIT: Durch Veranstaltungen, Gastvorträge und Öffentlichkeitsarbeit wird mehr Sensibilität für das Thema „Chancengleichheit für Frauen in technischen Berufen" geschaffen. In der neuen Laufzeit 2008 bis 2011 soll WIT mit diesem Multi-Level Ansatz (Dissertantinnen, Studentinnen, Schülerinnen, Öffentlichkeit) vor Augen führen, dass erfolgreiche Frauenförderung nachhaltige Strukturen benötigt.
WIK - Wissenschafterinnenkolleg FreChe Materie
Frauen erobern die Welt der Chemie
FreChe Materie ermöglicht jungen, hochbegabten Studentinnen die Möglichkeit einer Promotion auf dem Gebiet chemischer Materialien im Grenzbereich zwischen anorganischer und organischer Chemie. Denn zwar gleicht sich die Anzahl männlicher und weiblicher ChemiestudentInnen heute bereits an. Aber die Zahl von Frauen, die sich auf technologieorientierte Chemiefächer wie etwa die Materialwissenschaften mit besonders guten Karrierechancen spezialisieren, ist nach wie vor gering; hier herrscht deutlicher Aufholbedarf. „Mit Chemie assoziieren viele Frauen Negatives wie: schwierig, giftig, umweltverschmutzend", meint die Chemie-Dissertantin Margot Brandstätter. Sie ist die erste Doktorandin im Rahmen von WIK FreChe Materie, „eine tolle Möglichkeit für mich selbst", sagt sie. Unterstützt wird sie auch von ihrer Mentorin, Landesrätin Christiana Edlinger Ploder, die ihr „die Möglichkeiten der Politik zeigt" - denn Mentoring ist ebenfalls Teil von WIK.
Neue Karrierechancen in Männerdomänen
Im Rahmen des vom BMWF und vom Land Steiermark unterstützten WIK Kollegs werden 10 Doktorandinnen für die Erarbeitung ihrer Dissertation an der TU Graz angestellt und absolvieren mehrmonatige Praktika in Unternehmen im Ausland. Sie gehen auch in die Lehre, betreuen Laborprojekte sowie Seminare und erhalten ein/e MentorIn aus dem WIK-Frauen Netzwerk der TU Graz. Dieses neuartige Mentoring-Programm mit Führungskräften aus Wirtschaft und Forschung zeigt Perspektiven und Vorbilder für den Weg in Führungspositionen auf. „Wir besprechen Themen wie Zugangsbarrieren für Frauen, Kommunikation und Selbstpräsentation", so Gabriele Berg, Leiterin des Grazer Institutes für Umweltbiotechnologie, Mentorin sowie Initiatorin von WIK FreChe Materie. Das Kolleg ist innovativ in seiner Kombination von Forschung, Lehre und Mentoring. Die geförderten Frauen knüpfen im Rahmen der WIK-Betriebspraktika Kontakte zur Industrie und profitieren auch von jenen Kontakten, die im Rahmen der TU Graz zur Verfügung stehen. So entstehen neue Karriereperspektiven in bisher für Frauen nur wenig erschlossenen Bereichen wie dem Chemieingenieurwesen, der Anorganischen Chemie und materialwissenschaftlichen Disziplinen. Tatsächlich gibt es nun immer mehr Chemieaspirantinnen: Die Zahl der Studienanfängerinnen an der TU Graz stieg innerhalb eines Jahres um 24%.


